Martin Brückner

  • Leiter des Alpinkader NRW
  • Landestrainer Leistungsbergsteigen

 

Martin ist Lehrer für Physik und Philosophie an einem Kölner Gymnasium. Neben Trampolinturnen und Leichtathletik machte er seit früher Jugend mit seinem Vater Hochtouren primär in den Westalpen. Verletzungsbedingt fokussierte er sich seit 2009 auf Sportklettern in Bergstiefeln – später bis zum neunten Grad – und kam über einen Freund zum Eis- und Mixedklettern.

 

Wie bist du zum Alpinismus gekommen?

Mein Vater ist damals regelmäßig im Sommer in die Alpen gefahren, um meistens allein Grattouren an Viertausendern zu machen. Da mich die Natur gereizt hatte und ich wissen wollte, was er da genau macht, ist er mit mir, als ich elf Jahre alt war, nach Österreich in die Silvretta gefahren, wo wir unter anderem eine Überschreitung von Großlitzner und Großes Seehorn gemacht haben. Von dem Zeitpunkt an war meine Begeisterung für die Berge geweckt und wir sind in den kommenden Jahren regelmäßig ins Schweizer Wallis gefahren. 

 

Welche alpine Disziplin liegt dir am meisten bzw. wie bist du am liebsten unterwegs?

Ich mag es, dass die Jahreszeiten von allein Abwechslung ins Klettern bringen. Tatsächlich finde ich alle Disziplinen spannend, wobei mir Hochtouren und Mixedklettern vielleicht am meisten liegen.

Neben dem alpinen Klettern gehe ich gerne Sportklettern, Bouldern oder Drytoolen, wo die Psyche nicht ganz so stark gefordert ist.

In Bezug auf jede Disziplin ist es mir allerdings eher wichtig, mit wem ich klettere als um welche Route es dabei geht. Eine schöne gemeinsame Tour kann dann gern auch an weniger namhaften Bergen stattfinden.

 

Wie bereitest du dich als „alpenferner“ Bergsteiger auf deine Touren vor?

Aufgrund von langjährigen Zehenproblemen trage ich beim Sportklettern und Bouldern immer leichte Bergstiefel mit sehr steifer Sohle. Das Trittgefühl, das ich damit schule, kann ich gut auf das Klettern in den Bergen – mit und ohne Steigeisen – übertragen. Außerdem halte ich meine Ausdauer mit täglichem Radfahren und im Sommer regelmäßigen Rennradfahrten hoch.

 

Was gefällt dir am Alpinkader besonders?

Ich habe vor der Zeit im Alpinkader nie einen Kletterkurs besucht, aber ich konnte immer von guten Partnern lernen. Die Ausbildung durch den Alpinkader hat es mir dann ermöglicht, mein bereits existierendes Wissen in allen Bereichen des Bergsports auszubauen und somit anspruchsvolle Touren selbst planen und durchführen zu können. 

Zudem war es schön als Team unterwegs zu sein, anstatt wie sonst meist zu zweit anstrengende Touren zu machen. Und es war bereichernd, in den Jahren weitere Alpinisten aus NRW und aus den Kadern der umliegenden Länder kennenzulernen.

 

Was darf in deinem Rucksack niemals fehlen?

Genügend Riegel und Nüsse, Kamera … und leichte, aber warme Sachen. Auf langen, zähen Zustiegen höre ich gerne Musik.

 

Wie wichtig ist dir Erholung und wie regenerierst du dich?

Die Trainingserfolge entstehen erst durch gute Erholung. Genügend Schlaf und ausreichend sowie ausgewogenes Essen mit viel Gemüse, Nüssen und Obst – auch an Ruhetagen – sind dafür wichtig. Mentalen und körperlichen Stress versuche ich in gesundem Maße zu halten und nach intensiveren Phasen nehme ich mir Zeit zur Entspannung. Ich versuche außerdem, jede Möglichkeit zur Bewegung im Alltag zu nutzen.