Merlin Mannich

Jahrgang 1995

aus der DAV Sektion Siegburg

www.alpenverein-siegburg.de

 

Wie bist du zum Alpinismus gekommen?

Meine Kletterlaufbahn fing an mit einem gebrochenen Beim. Aber nicht mit meinem. Sondern mit dem von dem damaligen Jugendleiter unserer Sektion. Der ging zum Muskelaufbau zu meiner Mutter die Physiotherapeutin ist und erzählte ihr von der im Sommer anstehenden Jugendkletterfahrt in die Schweiz. Kurz zu Hause am Essenstisch erzählt stand ich auf der Teilnehmerliste für die Fahrt zum Grimselpass. So sammelte ich meine ersten Erfahrungen am Fels und entdeckte das Klettern für mich.

 

Warum hast du dich für den Alpinkader NRW beworben?

Auch wenn die wenigsten Klettern als Mannschaftssport sehen, geht es doch meistens darum ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Und den Erfolg, auf den man eine lange Zeitdrauf hin trainiert und geplant hat und für den man eine ganze Expedition gekämpft hat, mit dem ganzen Team teilen zu können lässt das Ereignis noch bedeutsamer erscheinen. Wenn das Team dann noch aus super fitten, lustigen und coolen Menschen besteht, denen man in der Wand komplett vertraut, dann ist man mit dem Alpinkader NRW unterwegs.

 

Auf welche Tour blickst du besonders gerne zurück und warum?

Eine meiner einprägsamsten Touren war eine Hochtour mit meinem Vater. Es war weder die schwierigste, noch die gefährlichste oder spektakulärste. Aber die Tour in den Ötztaler Alpen zur Wildspitze war einer meiner ersten großen Bergerfahrungen und obwohl oder grade weil ich mit meinen 14 Jahren erst seit kurzer Zeit am klettern war und noch lange nicht soviel Erfahrung hatte wie heute, war es eine der intensivsten Erfahrungen die ich in den Bergen gemacht habe und die mich im Nachhinein immer wieder für den Bergsport motiviert hat.

 

Welche alpine Disziplin liegt dir am meisten bzw. wie bist du am liebsten unterwegs?

Ich bin am liebsten schnell und leicht im Fels unterwegs. Mit einem kleinen Tagesrucksack für zwei Personen, eine schöne lange Route im Fels und viel Motivation schnell oben raus zu sein. Ob die Schwierigkeit und Absicherung nun im Plaisir Bereich sind oder man sich, ständig am Limit, die Wand hoch kämpfen muss – Die Bewegungen genießen und das Gefühl haben draußen genau das richtige zu tun kann man immer.

 

Wie bereitest du dich auf harte Touren vor? Dein spezieller Trainingstipps?

In der Zeit vor der Tourensaison oder direkt vor einer speziellen Tour geh ich viel Laufen. Am liebsten in Bonn im Siebengebirge wo man am ehesten die Höhenmeter der Alpentrainieren kann. Außerdem Training abhängig von der geplanten Route in der Kletterhalle. Am wichtigsten ist für mich jedoch die Motivation vor einer Tour. Sie ist der Treibstoff für jedes Training und verdoppelt die Anstrengungen von alleine.