Fritz Miller

Jahrgang 1984, ist professioneller Bergführer und Alpinist. Er wird den Alpinkader NRW als Trainer und Ausbilder unterstützen. Von 2007 bis 2009 war er selbst Mitglied des DAV Expeditionskaders. Für den Alpenverein leitet er regelmäßig Nachwuchs-Trainingscamps und ist Mitglied der Kommission Leistungsbergsteigen des DAV-Bundesverbands.

 

Wie bist du zum Bergsteigen gekommen?

Klettern wollte ich schon immer. Ernsthaft damit begonnen habe ich als Jugendlicher an den Felsen der Schwäbischen Alb. Im Laufe der Zeit zog es mich dann immer öfter zum Bergsteigen, Klettern und Skifahren in die Alpen. Mit Anfang 20 habe ich dann meine Arbeit gekündigt, wurde Mitglied des DAV Expeditionskaders und bald darauf Bergführer.

 

Welche alpinen Disziplinen reizen dich am meisten und wo bist du am liebsten unterwegs?

Abgesehen vom Bouldern, reinen Sportklettern und Höhenbergsteigen bin ich in allen Bereichen engagiert bei der Sache. Aber natürlich geht nicht alles gleichzeitig. Auf einzelne Gebiete kann ich mich schlecht festlegen – es ist überall so schön. Die heimatliche Schwäbische Alb ist aber ganz sicher vorne mit dabei, und die Dolomiten, das Val di Mello und das Sarcatal.

 

Wie verträgt sich der Bergführerberuf mit deinen eigenen alpinen Aktionen?

Da ich nicht allzu viel im klassischen Sinne führe, geht es ganz gut. In den ersten Sommern als Bergführer habe ich mich aber ganz auf die Arbeit konzentriert, da lief nebenher nichts anderes mehr.

 

Warum unterstützt du den Alpinkader NRW?

Ich habe selbst sehr von der Ausbildung im Rahmen des DAV Expedkaders und natürlich der Bergführerausbildung profitiert. Jetzt bin ich seit fast 10 Jahren professionell am Berg unterwegs, konnte also etwas Erfahrung sammeln und bin voll motiviert, mein Wissen an andere weiterzugeben. Der Alpinkader ist dafür ein perfekter Rahmen, genau wie die DAV Nachwuchstrainingscamps. Denn es ist klar: Wer teilnimmt, meint es ernst.

 

Was, denkst du, können junge Alpinisten im Alpinkader von dir lernen?

Zunächst einmal ist mir wichtig, dass alle im Bereich Sicherungstechnik auf einem hohen Niveau arbeiten und die wichtigsten Rettungstechniken wie zum Beispiel Verschüttetensuche sitzen. Darauf können wir dann aufbauen. Mein Ziel ist, dass sich die Jungs und Mädels im komplexen alpinen Gelände schnell und sicher bewegen können und einen guten Gefahreninstinkt entwickeln. Dafür müssen wir viel Zeit zusammen in den Bergen verbringen und uns dabei über die eine oder andere Situation unterhalten.

 

Website: www.fritz-miller.de

 

 

Alpine Highlights von Fritz Miller

 

Felsklettern

  • 07/2007: Marmolada Südwand „Weg durch den Fisch“, 8- A3, 37 SL (3. Solobegehung)
  • 08/2008: Salbit „Westgrat“, 6a A0, 32 SL + 6 Abseillängen am Grat (Speedbegehung in 2 Std. 18 Min.)
  • 03/2012: Marmolada Südwand „Weg durch den Fisch“, 8- A3, 37 SL (Winterbegehung)
  • 08/2013: Westliche Zinne Nordwand „Alpenliebe“, 7c, ca. 21 SL bis Gipfel (freie Begehung mit insg. drei „Hängern“)
  • 02/2014: Himmelhorn, Allgäuer Alpen, „Rädlergrat“, 6, 70°, insg. 850 m (1. Solo-Winterbegehung)
  • 10/2014: El Capitan, Yosemite Valley, „The Nose“ in 11 Std. 55 Min. (1st go, no fixing)

Eis-/Mixedklettern

  • 01/2011: Oeschinensee, Kandersteg „NIN“, VI WI 6+/7- A2, 210 m (Eis-/Mixedlängen Teamonsight)
  • 02/2011: Eiger Nordwand „Heckmair-Führe“ (Winterbegehung in 5 Std. 10 Min.)
  • 02/2013: Seebenseefall, Ehrwald, „Bobby“ V WI6+ M7 A3, 200 m (erste durchgehende Begehung, alle Freikletterlängen rp)
  • 02/2014: Wetterwand, Zugspitze „Dornröschen“, 50° 7- M5, 1100 m (erste Begehung)
  • 12/2015: Ortler Nordwand, Speedsolo, Sulden – Gipfel – Sulden in 4 Std. 49 Min.
Bergsteigen und Expeditionen
  • 08/2008: Mont Blanc (4810 m) „Peuterey Integral“ in 1,5 Tagen vom Rif. Borelli zum Gipfel
  • 08/2009: Ladyfinger Peak (ca. 5900 m), Hunza Valley, Pakistan (vierte Besteigung)
  • 2011/2016: Die 7 Hauptgipfel der Fitzroy-Kette (3405 m), Patagonien
  • 11/2012: Aguja Standhardt (ca. 2700 m), Patagonien „Exocet“, WI 5+, 6, 500 m