Felix Sattelberger

Jahrgang 1993, ist leidenschaftlicher Kletterer und Alpinist. Über seine Eltern kam er schon in frühen Jahren mit dem Bergsport in Kontakt. Von 2009 bis 2012 war er Mitglied des DAV Expeditionskaders und arbeitet seit 2014 bei einem französischen Bergsportausrüster im Vertriebsbüro Deutschland.

 

Wie bist du zum Bergsteigen gekommen?

Schon in frühen Kindesjahren wurde ich mit an den Fels genommen und war somit mit den Gegebenheiten vertraut. Mit circa acht Jahren habe ich meine ersten Vorstiegserfahrungen gemacht und konnte mich stetig weiterentwickeln. Die Erzählungen meines Vaters über Winterbegehungen des Matterhorns oder Touren in Chamonix haben mich immer fasziniert, so dass wir sehr bald schon Alpintouren wie Watzmann-Ostwand oder Mehrseillängen an den Drei Zinnen zusammen begehen konnten. Mit 16 Jahren dann wurde ich Mitglied des DAV Expeditionskaders. Die intensive Lehre durch Profibergsteiger und Bergführer brachte mich schlagartig weiter.

 

Welche alpinen Disziplinen reizen dich am meisten?

In den letzten Jahren haben sich alpine Mehrseillängen als meine Lieblingsdisziplin herausgestellt. Die im Klettergarten erlernten Fähigkeiten und Durchstiegsgeist lassen sich perfekt auch auf lange Routen übertragen. Wenn man dann hoch oben in der Wand noch einmal voll an sein Limit gehen muss und die Länge eventuell ein zweites oder drittes Mal versucht und dies gelingt, ist das ein sehr befriedigendes Gefühl. Die Situation, in einer großen Wand mit viel Luft unter den Sohlen eine schwierige Kletterstelle zu versuchen, hat für mich einen besonderen Reiz.

 

Wo bist du dafür am liebsten unterwegs?

Am häufigsten in den Dolomiten, hier warten noch viele Meisterwerke bekannter Erstbegeher. Alpine Begehungen wie beispielsweise die Bonatti-Führe in der Matterhorn-Nordwand haben für mich auch einen sehr hohen Stellenwert. Wenn ich nur daran denke, fühle ich mich schon sehr glücklich und zufrieden.

 

Durchhaltewillen, Nervenstärke, körperliche Fitness - das alles braucht man für solch eine Expedition, wie der Alpinkader sie planen und umsetzen wird. Was gibst du den Bewerberinnen und Bewerbern als wichtigste Trainingstipps mit auf den Weg?

Der Weg zur Expedition ist ein langer und erfordert viel Disziplin. Neben einer peniblen Organisation währenddes Kletterns – also Seilhandling, Ordnung am Klettergurt, am Standplatz und Rucksack – spielt die körperliche Fitness eine große Rolle. Eine solide Grundkondition ist eine unverzichtbare Grundvoraussetzung, um im Hochgebirge mit schweren Rucksäcken nicht schon im Zustieg an die Belastungsgrenze gehen zu müssen. Eine lange Tour steht und fällt außerdem mit der Nervenstärke. Und auch wenn man schon psychisch am Ende ist, spart man enorm an Zeit, wenn man am Standplatz Ordnung hält. Da gehen schnell mal 20 Minuten wegen eines Seilverhauers drauf. Das ein paar Mal multipliziert – und man findet sich in einem unverhofften Biwak wieder.

 

Warum unterstützt du den Alpinkader NRW?

Die Zeit im Expedkader des DAV war für mich sehr wertvoll und von großem Nutzen. Hier hatte ich die Möglichkeit, von den Top-Alpinisten zu lernen. Dafür bin ich sehr dankbar und ich gebe meine Erfahrung gern weiter.

 

Alpine Highlights von Felix Sattelberger

 

Sportklettern:

  • learning to fly, 8a, Konstein
  • Kraftwerk, 8a+, Konstein
  • Massiv attac, 8a+/b, Konstein
  • Center Court, 8a+, Bärenschlucht
  • Diagnose Myogelose, 8b

 

Alpinklettern:

  • Phantom der Zinne, 9+, Schlüssellänge nicht frei
  • Hasse Brandler, 8+, Große Zinne
  • Alpenliebe 9, Westliche Zinne
  • Mytomania, 8, E5, 280m, Kaiser
  • Pumprisse, 7, 220m, Wilder Kaiser
  • Captain Skyhook, 7+, A2, 900m
  • Bonatti-Pfeiler, 6+/A1, 550m

 

Bergtouren:

  • Grand Montet Grat, Aiguille Vert-Überschreitung (4122m)
  • Frêneypfeiler, Mt. Blanc,6-/A1, 800m
  • Peuterey Integral, Mt.Blanc, 4500m
  • Schmid Route, Matterhorn Nordwand, TD,V,4+,M5 1200m
  • Bonatti, Matterhorn Nordwand, 2 Tage