David Colling

Dave ist aktiv als Trainer C Bergsteigen und Trainer B Alpinklettern. Parallel macht grad auch die Ausbildung Fachübungsleiter Skilauf.

Als selbstständiger Unternehmer leitet er eine Spedition mit 30 Mitarbeitern und lässt Baustellen beliefern, abends und am Wochenende sagt er der Schwerkraft den Kampf an. Die Faszination Berge lässt ihn nicht mehr los, seit er bei der Bundeswehr seine ersten alpinen Erfahrungen gemacht hat.

 

Ein Alpinkader in Nordrhein-Westfalen - wie seid ihr denn auf diese Idee gekommen?

Charly hatte immer diese Idee im Kopf. Er hat immer davon geschwärmt, eine Gruppe starker Alpinisten zusammenzubringen und dass man dann auch die schweren und extremeren Touren angehen kann. Aber in einer einzelnen DAV-Sektion kann man sowas schlecht realisieren, dort finden sich immer nur vereinzelt Alpinisten, die es in die extremeren Touren zieht.

Wir mussten größer Denken und irgendwann kam mir die Idee, das Ganze von der Sektionsebene auf die Landesebene zu heben. Damit hatten wir dann auch das „Wie“ zur Idee gefunden. Anfang 2015 konnten wir die Idee dann tatsächlich dem Vorstand des Landesverbands Nordrhein-Westfalen vortragen - und alles nahm seinen Lauf.

 

Du liebst die Berge - wie kommt man als Rheinländer zu dieser Liebe?

Eigentlich komm ich aus der Eifel kurz vor Luxemburg. Ein Kind der Berge war ich aber immer schon. Von klein an hab ich jeden Winter auf Skiern in den Alpen verbracht und die Sommer im Mittelgebirge. Aber mit Klettern oder Hochtouren etc. hatte ich keine Berührungspunkte. Während meiner Zeit bei der Bundeswehr war ich unter anderem in Mittenwald bei Garmisch-Patenkirchen stationiert. Da kam ich das erste Mal richtig mit Klettern, Hochtouren usw. in Berührung. Das hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Als ich mit dem Studium fertig wurde, konnte ich dem Verlangen endlich richtig nachgeben.

 

Welche alpinen Disziplinen reizen dich am meisten und wo bist du am liebsten unterwegs?

Alpines Klettern hat es mir sehr angetan, weswegen ich dieses Jahr noch den Trainer B Alpin Klettern abschließe. Das lebe ich sehr gerne im Oberrheintal und im Tessin aus. Das sind richtige Kletter-Eldorados. Ich hab in meiner Sektion eine Klettergruppe aufgebaut und betreut. Dabei konnte ich viele beim Schritt vom Sportklettern zum Mehrseillängenklettern anleiten. Das bereitet mir viel Freude. Ebenso mag ich alles, was mit Skifahren zu tun hat. Egal ob auf oder abseits der Piste. Deswegen sattele ich den Fachübungsleiter Skilauf drauf. Nur von Klettersteigen bin ich echt kein Fan.

Aber egal ob es Hochtouren, Klettertouren oder Skitouren sind, der Spaß an einer Tour hängt immer von deinen Mitstreitern ab. Bergsport bedeutet für mich auch immer Gemeinschaft.

 

Den Alpinkader betreust du als Organisator, Mentor und Trainer neben deinem Vollzeitjob. Wie geht das?

Ich bin selbstständiger Unternehmer, da muss ich mich eh sehr gut organisieren. Nur so kann man sich den Freiraum dafür schaffen. Dazu muss man dann bereit sein, auf einige Dinge zu verzichten beziehungsweise damit leben, dass einige Dinge zu kurz kommen. Der Bergsport ist immer präsent und dessen Vorbereitung nimmt viel Zeit ein. Da mute ich meinem Umfeld vielleicht manchmal auch etwas zu viel zu.

 

Durchhaltewillen, Nervenstärke, körperliche Fitness - das alles braucht man für solch eine Expedition, wie der Alpinkader sie planen und umsetzen wird. Was gibst du den Bewerberinnen und Bewerbern als wichtigste Trainingstipps mit auf den Weg?

Lasst euch nicht zu viel von anderen erzählen. Man darf und soll in großen Dimensionen träumen. Wer seine Ziele niedrig ansetzt, wird auch immer nur kleine Ziele erreichen. Das gilt fürs Leben und auch fürs Training.