Mosquito Circus (A3+, 6c, 285 m)

 

Erstbegangen und eingerichtet vom DAV NRW Alpinkader in neun Tagen im Sommer '17 und '18.

 

Einen schönen Bericht über die Erstbegehung findet ihr hier im Basislager bei unseren "Bergfreunden":

 

https://www.bergfreunde.de/basislager/dav-nrw-alpinkader-bigwall-erstbegehung-im-urner-granit/ 

 

Ansonsten geht's hier weiter die harten Fakten...


Routenbeschreibung

 

 

1. SL 45 m 6c A2 bzw. 7a+ (linke Variante) oder 6c A2+ (rechte Variante)

Erst Freikletterei in großer Platte, dann entweder nach links zur Schuppe (einfacher) oder rechtshaltend mit 2 x Bathook zum feinen Riss (besser).

2. SL 20 m A1 und 4 

Dreckrampe und Podeste.

3. SL 40 m A1 und 4+ 

Linkshaltend bis zu Band, dort nach rechts queren zum „Ersten großen Band“ 

4. SL 40 m A3+ 

Viele mittlere Pecker und mittlere Knifeblades. Erst Verschneidung, dann Rechtsquerung an Cam-Schuppe zum Stand: Achtung: am Ende der SL unbedingt den Bogen über links klettern, nicht direkt zum Stand, wegen loser Riesenschuppe!

5. SL 25 m A3+ und 4 

Links haltend in überhängende Platte mit 8-mm-Bolt und fixiertem Pecker. Zuletzt einfach zum Stand.

6. SL 45 m A2+ und 4 „Great-Roof-Pitch“ 

Feiner Riss in der rechten Wand – luftig.

7. SL 10 m „Zweites großes Band“ 

Querung nach links. Offensichtlicher Stand an Cams.

8. SL 60 m A3 und 4 „Chockstone-Crack“ 

Geschwungener Offwith-Riss. Achtung, die Klemmsteine sind locker. Pendelquergang an Bolt zu heikler Schuppe. 

9. SL 40 m 5 A2 „Nose“ 

Markanter Riss, Dachquerung nach rechts, kurze Ausstiegs-verschneidung. Stand an Block.

 

Abstieg

 

Abstieg entweder über den Gipfel des Mittleren Höhenberges (20-30 min vom Ausstieg der Route) und Salbithütte oder besser durch Abseilen über die Route bzw. Abseilpiste.

 

Abseilen

  • SL 9 und SL 8 seilt man direkt ab (35 m, 55 m)
  • SL 7 zurückqueren zum 6. Stand („Zweites großes Band“)
  • 16 m zu Abseilstand mit Fixseil an der Dachkante des „Great Roof“
  • 20 m abseilen und sich zum Stand unterm Dach ziehen
  • 42 m zum „Ersten Großen Band“
  • 20 m direkt runter zu Podest
  • 50 m zu kleinem Absatz
  • 20 m zum Boden

Absicherung und Material

 

Die Stände sind gebohrt (jeweils zwei 10er-Bolts), abgesehen vom Cam-Stand am „Zweiten großen Band“. Außerdem stecken vereinzelt gebohrte Zwischenhaken und Schlaghaken (bitte nicht entfernen). Inklusiv Standhaken sind es im Schnitt drei Bohrhaken pro Länge. Davon wurde nur knapp die Hälfte während der Erstbegehung gesetzt, der Rest nachgebohrt, mit dem Gedanken, einzelne Stellen zu entschärfen und den Materialaufwand für Wiederholer in einem angemessenen Rahmen zu halten. Mit dem aufgeführten Material lässt sich die Route jetzt weitestgehend gut absichern.

  • 60-m-Seile
  • 2 x Cam #0.1 (besser Aliens)
  • 3 x Cam #0.2–0.5 (besser Aliens)
  • 2 x Cam #0.75–4
  • 1 x Cam #5
  • Rock 3–7
  • kleines Set Micro-Offset-Keile
  • 9 Beaks (1 x groß, 4 x mittel, 4 x klein)
  • 10 Knifeblades, verschiedene Längen und Dicken
  • 2–3 LAs, eher dünn
  • 2–3 Angles, eher dünn
  • 1–2 x Talon
  • 1 x Grappling Hook o. Ä.
  • Drahtbürste und Fugenkratzer
  • Mückenspray
  • für den Zustieg feste Schuhe und dünne Lederhandschuhe

Tipps und Taktik

 

Schnelle Seilschaften können die Route in zwei Tagen (Tal bis Tal) klettern. Biwak dann am besten am „Ersten großen Band“ (nach der 3. SL). Für die meisten Teams wird wohl ein weiteres Biwak fällig. Die sichere Variante: Biwakzeug bis zum „Zweiten großen Band“ mitnehmen. Die leichte Variante: Biwakzeug am „Ersten großen Band“ lassen und Gas geben. Die Cams #4–5, den 3. Satz #0.2–0.5 und 1 x #3 kann man bis zur „Great-Roof-Pitch“ im Haulbag lassen.

  

Zustieg und Einstieg

  

Von der Voralpkurve (1402 m, Parkplatz und Bushaltestelle) dem Weg zur Voralphütte folgen. Nach 20 min Gatter, kurz darauf Doppelkehre. 13 m nach der zweiten Kehre weglos rechts hoch in schwache Waldschneise (ca. 1565 m). Den Steinmännern folgen bis kurz vor den Einstieg der Route Traumschiff. Weiter zum Einstieg von Muja Hedder. Nun tendenziell rechts halten, an der Wand entlang (Wegspuren, vereinzelt kurze Fixseile). Nicht links im großen Couloir gehen (Steinschlaggefahr, mühevoll). Mit Bigwall-Gepäck insgesamt ca. 1,5 h. Einstieg auf ca. 1820 m bei kleinem Vorbau der markanten großen Platte (einzelner Bohrhaken).